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Ursprünglich wollte ich Journalistin werden … nun bin ich Lehrerin

Lisa Ellguth, Seiteneinsteigerin aus Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Mein Magister-Studium hatte ich abgeschlossen mit dem eigentlichen Ziel, eine journalistische Laufbahn einzuschlagen - ich hätte damals nicht gedacht, dass ich mich schlussendlich als Lehrerin wiederfinden würde.  Doch nach Erfahrung in einem Buchverlag, als freie Mitarbeiterin einer Zeitung, als studentische Hilfskraft an der Uni und nach Nebenjob im Einzelhandel bot sich die Möglichkeit, eine Vertretungsstelle als Englischlehrerin an einer Gesamtschule anzutreten. Das Unterrichten mit der Hilfe eines tollen Teams sehr hilfsbereiter Kolleg/innen hat den ersten Sprung ins kalte Wasser sehr erleichtert, der Umgang mit Schüler/innen hat sehr großen Spaß gemacht und auch auf Anhieb erstaunlich gut geklappt, sodass ich den Seiteneinstieg in den Lehrerberuf trotz der hohen Anforderungen unbedingt wagen wollte.

Meine Erfahrungen als Vertretungslehrerin haben mir sehr geholfen

Vorher Erfahrungen als Vertretungslehrerin gesammelt zu haben, hat sich für die Lehrerausbildung selbst als extrem hilfreich erwiesen, um die 19 Stunden eigenen Unterricht zusätzlich zu den Fach- und Hauptseminaren vor- und nachzubereiten und trotzdem am Wochenende noch etwas Freizeit bewahren zu können, was mir gelang, auch wenn es Zeiten gab, in denen ich mit einem Klausursatz auf dem Schreibtisch bei zudem anstehendem Unterrichtsbesuch mich zur Gelassenheit zwingen musste.

Unterstützung durch das Studienseminar wichtig

Bei der Bewältigung hat mir das Seminar Gymnasium / Gesamtschule Minden sehr geholfen: Die Auseinandersetzung mit allen Bereichen, mit denen man sich als Lehrerin konfrontiert sieht (z.B. (guter) Lehrer sein, unterrichten, erziehen, Auftreten vor Gruppen, Unterrichtsstörungen, Zugänge durch Arten kooperativen Lernens, Eltern beraten und mit schwierigen Beratungssituationen umgehen, um nur einige zu nennen), wurde in der Seminarausbildung in Minden theoretisch und vor allem praktisch angegangen. Gerade diese Erfahrungen waren - und bleiben - wichtig, um das eigene Verhalten als Lehrkraft zu reflektieren und sich weiter zu entwickeln.

Weiterer Pluspunkt in meiner Karriere als Seiteneinsteigerin: Teamteaching

Die Ausbildungsschule hat mich als Seiteneinsteigerin sehr unterstützt, z.B. durch Doppelbesetzungen mit einer weiteren Lehrkraft. Die enge Zusammenarbeit mit den Kolleg/innen, deren Erfahrungsschatz, konstruktive Kritik und die gemeinsame Reflexion des Unterrichts und der Lehrerrolle haben das theoretische Wissen der Fachseminare praktisch weiter unterfüttert und auf den Alltag mit voller Stelle mehr als gut vorbereitet.
Das bildungswissenschaftliche Seminar, das man als Seiteneinsteigerin außerdem belegen muss, war häufig besonders interessant, da dort sehr unterschiedliche Persönlichkeiten und Lebensläufe zusammenkamen, was die Themen und Diskussionen in dieser Runde immer bereichert hat.

Ich würde mich immer wieder für die Schule entscheiden!

Wie facettenreich der Lehrerberuf tatsächlich ist, stellt man erst fest, wenn man wirklich in der Schule arbeitet: Unheimlich abwechslungsreich, immer spannend, manchmal anstrengend, niemals langweilig. Gerade als Seiteneinsteigerin – also mit Einblick in ganz unterschiedliche Berufe: Ich würde mich immer wieder für die Schule entscheiden!