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Freiwilligkeit, Transparenz und Sensibilität – Was bedeutet das für Schüler/innen?

Für Abiturientinnen und Abiturienten vor der Berufswahl sind besonders folgende Fragen von drängender Brisanz: Was sind meine Interessen, welche Laufbahnoptionen habe ich, welche Eingangsvoraussetzungen muss ich mitbringen? Diese Fragen können zu verschiedenen Beratungsanlässen führen, zu Informationsberatung, Entscheidungsberatung oder auch Realisierungsberatung. Verschiedene Beratungsanlässe brauchen unterschiedliche Materialien, so finden sich im Programm CCT neben Informationstexten (= Informationsberatung) auch Selbsterkundungs-Verfahren und Reportagen (= Entscheidungsberatung) oder Links (=Realisierungsberatung). 

Ideal: Internetnutzung und persönliche Beratung in Kooperation 

Der Nutzen von CCT liegt in der flexiblen, Zeit und Ressourcen sparenden Breitenwirkung durch das Medium Internet, der Nachteil in der Anonymität und Unpersönlichkeit, die allerdings durch eine Kombination mit persönlicher professioneller Beratung wie etwa in der schulischen Berufsorientierung ausgeglichen werden kann. In dem Eintrag "Szenario für den schulischen Einsatz von CCT“ finden Sie ein mögliches Szenario. 

Klientenzentriertes Beratungs-Setting 

Die Selbsterkundung setzt ein in seiner Grundstruktur klientenzentriertes Beratungs-Setting voraus. Das heißt, die Materialien müssen als Angebot verstanden werden (= Freiwilligkeit), die zu Beratenden treffen selber und eigenverantwortlich ihre Entscheidung (für oder gegen ein Lehramtsstudium), die Schülerinnen und Schüler müssen nach Möglichkeit über die Logik der Selbsterkundungs-Verfahren und anderer Angebote informiert werden (= Transparenz).

Die Ergebnisrückmeldung der Selbsterkundungs-Verfahren ist so gestaltet, dass das Selbstkonzept der Schülerinnen und Schüler möglichst wenig beeinträchtigt wird und ihnen bei ungünstigen Rückmeldungen positive Interpretationsmöglichkeiten genannt werden (= Sensibilität). Ideal wäre deshalb eine Ergebnisdiskussion mit reflexiven Anteilen und eine Diskussion von Berufsalternativen, die mit einem weiteren Selbsterkundungs-Verfahren herausgefiltert wurden. Förderlich wäre auch eine Orientierungsphase in berufsnahen Praxisfeldern. In der geführten Tour als Abfolge von Selbsterkundung könnten dann mit professioneller Begleitung wertvolle Erkenntnisse zur Berufspersönlichkeit einer Lehrerin/eines Lehrers reflektiert werden. 

Individuelle Nutzung oder professionelle Begleitung - beides ist möglich 

Die internetgestützte Ausführung des Beratungsprogramms CCT lässt verschiedene Beratungssituationen zu, einmal die individuelle Nutzung einzelner Schülerinnen und Schüler am heimischen Computer, aber auch die Nutzung in Beratungs-Situationen wie etwa der schulische Berufskunde-Unterricht oder die Studienberatung. Hier könnte man den Nutzen auch weit über die Zielgruppe der am Lehramt Interessierten ausdehnen, denn etliche Teile der Selbsterkundungs-Verfahren lassen auch Vorhersagen über andere Berufe rund um den (pädagogisch gefärbten) Kontakt mit Menschen zu. Selbsterkundung hat aber auch immer ein gewisses Maß an Berufswahlreife zur Voraussetzung. 

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